Video-Mirror 2


Das Video, das ich diesmal vorstellen möchte, hat mir Robert geschickt. Robert ist in der Stockbranche sehr bekannt und beschäftigt sich professionell mit der Stylefotografie. Der Videoclip entstand bei einem Fotoshooting, quasi als Nebenprodukt. Ich selbst setze in meinen Videos auf andere Themen und habe deshalb keine Erfahrungen mit Models. Aber daran sollte eine Analyse nicht scheitern, zumal mich auch andere dabei unterstützt haben. Also los gehts! Bei Stockfootage ist das wichtigste die Verkaufbarkeit des fertigen Produktes. Ähnlich wie bei Fotos, erhöht sich dieses enorm, indem Menschen beteiligt sind. In dem gezeigtem Video ist das der Fall. Auch ist eine Story bzw ein Minidrehbuch vorhanden. Offensichtlich geht es um ein Verkaufsgespräch zwischen einem Optiker und einer Kundin.

 

Handlung/Story: Optiker hat Angebot an Brillen vor sich liegen. Optiker sucht eine Brille aus. Kundin probiert sie aus. Optiker prüft, ob sie passt. Optiker nimmt die Brille, wieder an sich. Lächelt. Brille verkauft. Kundin fragt etwas. Wirkt etwas distanziert. Brille verkauft? Was fehlt ist hier ein Abschluß der kleinen Geschichte, perfekt wäre wenn die Kundin mit ihrer Mimik und Gestik klar signalisieren würde, ja die Brille möchte ich haben. Atmosphäre: Positiv: Das Gespräch findet in einer offenen und freundlichen Atmosphäre statt und vermittelt Seriösität. Das spricht für ein gutes Umfeld bei den Dreharbeiten und für die beiden Akteure. Es ist mit Sicherheit nicht einfach vom Fotoshooting plötzlich auf eine Filmproduktion umzuschalten. Bei der Videoproduktion sind bei den Mitspielern die schauspielerischen Qualitäten von enormer Bedeutung. Genauso wichtig sind klare Regieanweisungen. Was mich etwas stört ist der zwischenzeitliche kurze Blick der Kundin in die Kamera und das etwas verunsicherte Verhalten am Ende. Vielleicht sollte die Kundin auch mehr fragen und den Spiegel in die Hand nehmen. Passend zur Zielgruppenansprache, hätte ich den Optiker, mit einer Brille ausgestattet. Umfeld: Toll ist die Location, das wirkt echt und der Aufwand wird sich bestimmt auszahlen. Der linke Hintergrund wirkt allerdinge etwas atypisch, eher fabrikmäßig. Der Handspiegel ist falsch platziert, er wirkt so, als ob er aus dem Arm der Kundin herauswächst. Das Preisschild an der Brille hätte ich entfernt. Technik: Die Ausleuchtung ist perfekt. Ich vermute mal das mit offener Blende gefilmt wurde. Damit ist der Optiker klar im Fokus der Handlung und das soll ja wahrscheinlich auch die anvisierte Zielgruppe sein. Insgesamt finde ich das Video etwas zu flau. Die Farbsättigung könnte etwas erhöht werden. Verkaufbarkeit: Das Video läßt sich mit großer Sicherheit verkaufen. Das Umfeld wirkt realistisch und das Video vermittelt eine positive Stimmung. Bestimmt eine sehr gute Basis für Stock-Footage. Wie häufig das Video sich verkauft, das hängt wie immer vom Bedarf, und damit von der Zielgruppe ab. Damit bin ich am Ende meiner Videobesprechung angelangt. Gerne analysiere ich auch weitere Videos. Mein E-Mail Adresse findet ihr hier.

2 Gedanken zu „Video-Mirror 2

  1. Vielen Dank für deine Analyse. Es ist immer gut, wenn man einen unbefangenen Blick von außen drauf bekommt. Dein Kritikpunkt mit den Blicken des einen Models deckt sich ungefähr mit meinem, da hätte ich bessere Regieanweisungen geben müssen.

    1. Gern geschehen! Trotz meiner „Anmerkungen“, finde ich dein Video vergleichsweise gut gelungen, und absolut stocktauglich.

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